Über mich

Pitambara


Pitambara...

...hätte man mir vor 10 Jahren gesagt, dass ich einmal ein spiritueller Sucher sein würde und dann auch noch einer, der dies im Gesang ausdrückt, hätte ich ihn für verrückt erklärt!
Zu dieser Zeit wusste ich nicht, dass es für uns Menschen wichtig ist, auch nach Innen zu gehen um vollständig zu sein, sondern beschränkte meine Suche nach Glück auf das rein Äußerliche, wie es nun mal Gang und Gäbe ist.
Mein Leben änderte sich ziemlich radikal, als ich 2006 auf meinen Lehrer Ganesha traf, der mich mit der Lehre des integralen Yoga in Kontakt brachte und dessen Schüler ich bis Mitte 2014 war.
Etwa zwei Jahre nach dem ersten zusammentreffen mit Ganesha, entdeckte ich den Weg der Hingabe für mich und fing an, Bhajans mit Gitarrenbegleitung zu singen. Bislang hatte ich zum Gesang im Allgemeinen keinen großen Bezug gehabt. Ich stellte schnell fest, dass das Singen der Mantras mich emotional öffnete – ab diesem Zeitpunkt waren meine Gefühle erstmals für mich greifbar, auch wenn ich gerade nicht sang. Der Gesang wurde für mich ein Medium, die Tiefe meiner Gefühle auszudrücken. Wenn ich auf diese Weise singe, hat das für mich etwas sehr intimes, das auf andere Weise keinen Ausdruck finden könnte.
Darüber hinaus erkannte ich den Gesang als eine Möglichkeit, mit dem Göttlichen in Kontakt zu treten und zwar auf eine Art und Weise, die über starre Glaubenssätze hinausgeht. Wer sich ganz in den Gesang hineingibt und sich dabei vergisst, kann erfahren, dass da kein individuelles Ich ist, das singt. Du beobachtest, dass Du „gesungen wirst“ und hast nicht länger das Gefühl, der Handelnde zu sein, obwohl dein Körper aktiv ist.
Obwohl Mantras aus dem indischen Raum meistens im Vordergrund stehen, mache ich auch immer wieder gute Erfahrungen mit den Gesängen anderer Religionen und Traditionen, insbesondere mit der Musik der Sufis und den christlichen Gesängen von Taizé. Es geht uns nicht um Zugehörigkeit zu einem bestimmten Glaubenssystem, aber jede Weisheitstradition hat ihren eigenen „Geschmack“, der besonders im Gesang hervortritt und eine große Hilfe sein kann, mit dem Göttlichen vertraut zu werden.
Das Singen von Bhajans dient nicht der Zerstreuung – Unser Fokus ist einzig und allein auf IHN gerichtet, der nichts anderes ist, als unser eigenes höchstes Selbst. Nichts anderes ist wichtig. Es ist nicht so wichtig, jedes Wort, das wir singen, zu verstehen. Es hat mit dem Verstand nichts zu tun -  gerade er soll zum Schweigen gebracht werden, denn er hat schon mehr als genug Raum in unserem Leben.
Unser Gesang muss dabei nicht fehlerlos sein – für den göttlichen Geliebten wird er dann schön klingen, wenn er sich wie ein warmer Strom aus unseren Herzen ergießt und sich jedes Wort so süß wie Nektar auf unseren Lippen anfühlt!